2. Ranglistenturnier 2005 in Tacherting

Beim diesjährigen 2. Ranglistenturnier im bayrischen Tacherting, welches schon wiederholt solche Sportveranstaltungen ausrichtete (siehe auch hier...) gab es aus Glindower Sicht Grund zur Freude aber auch Hausaufgaben mit nach Haus zu nehmen.

Das Wettkampfprogramm einer doppelten Olympischen Runde (4x36Pfeile) mit anschließendem Finale am 23. und 24.Juli liegt mitten im Sommer und auch mitten in den Ferien. Vielleicht ist das der Grund dafür, daß diverse Schützen durch Abwesenheit glänzten und sich das Starterfeld gegenüber sonstigen Verhältnissen doch recht Bescheiden ausnahm. So traten bei den Recurveschützen gerade sieben Herren an, und neben zwei weiblichen Schützinnen war nicht ein einziger männlicher Junior aus dem Compoundbereich vertreten.

Generell ist anzumerken, daß der Nachwuchs im Compoundbereich doch eher schwach nachwächst. Positiven Ausnahmen bilden einige Kadetten wie Julian Scriba, Jens Meier, Alexander Vohs und Jennifer Brandt im Jugendbereich. Die Compound-Herren waren mit 9 Teilnehmern rel. zahlreich vertreten und obwohl er national eigentlich noch Junior wäre, schießt Paul ebenfalls in dieser Riege mit.

Wie sehen die Ergebnisse dieses wichtigen nationalen Wettkampfes nun aus ? Durchwachsen wäre sicher eine angemessene Antwort, denn neben sehr guten Leistungen waren auch gute und unerwartet niedrige Schießergebnisse zu registrieren.

Jenny Brand konnte sich auch in ihrem zweiten RLT dieses Jahr gut in Szene setzen. Trotz Umstellung auf ein neues Release 2 Wochen vor dem Wettkampf schoss sie konstant sowohl vormittags als auch am Nachmittag 635 Ringe, was als guter Wert in der Altersklasse Jugend zu bewerten ist. Mit diesem Ergebnis lag sie nur knapp hinter der männlichen Konkurrenz ihrer Altersklasse und vor allem jeweils 15 Ringe über dei Qualifikationsringzahl für die Deutschen Meisterschaften - dennoch: Sie wird nicht teilnehmen dürfen, da bei dem höchst windigen Wetter bei den Landesmeisterschaften ein so hohes Ergebnis nicht zu schaffen war.

Die Finlas am Sonntag wurden dann gemischt geschossen (weibl./männl.) und Jenny bot ihrem Gegner Moritz Moser (Bayern) ernsthaft Paroli. Am Ende reichte es nicht ganz und sie verabschiedete sich mit 111:105 aus dem Wettkampf. Dennoch gute, und vor allem ausbaubare Leistung.

Anja Baumgarten war schon mit gemischten Gefühlen nach Tacherting gefahren, denn seit der WM im Juni hatte sie technische Probleme mit den Einstellungen an ihrem Equipment, die bisher nicht zu beseitigen waren. So musste sie denn auch mit dem (zu "langen") Ersatzbogen schießen, der ihr kein Glück brachte. Schüssen an den Arm und ein ungewohnter Anker verschafften ihr eines ihrer schlechtesten Ergebnisse seit langem. Die WM-Teilnehmerin nahm es dennoch gelassen denn sie weiß um ihre Stärke, hatte Sie doch unlängst erst einen deutschen Rekord geschossen... . Aber Schwamm drüber denn nun heißt es: schleunigst das Materialproblem fixen, um bei der Junioren-EM in 3 Wochen wieder gut auszusehen.

Paul war, wie bei vielen früheren Wettkämpfen, die im Hochsommer stattfinden, in Topform. Mit ihr konnte er sich im sicher nicht gerade schwachen Teilnehmerfeld (Vizeweltmeister Voß und Hesse, Deutscher Meister Hasenfuß, Ranglistenerster 2004 Klingner) deutlich durchsetzen und schoß die Qualifikation mit einer unglaublichen Kontinuität auf höchstem Niveau durch. Er absolvierte die 4 Durchgänge auf 70m mit 347, 347, 349 und 345 Ringen und lag nach Abschluss der Qualifikation mit 1388 Ringen mehr als 20 Ringe vor dem Zweitplazierten (Robert Hesse). Zum Erstaunen vieler Fachkundiger war übrigens auch seine Freundin und Spitzenschützin Susanne Poßner ganz ähnlich aufgelegt. Die Recurve-Juniorin schoß mit 655 Ringen auf der 70m Distanz einen neuen deutschen Rekord und hängte selbst die Damenklasse mit 20 Ringen Vorsprung ab. Ein tolles Team die beiden :-)!

Spannend wurde es dann aber noch mal am Sonntag zu den Finals. Paul musste im Viertelfinale gegen Werner Kahlberg schießen und kickte ihn mit 117:113 raus. Danach hatte er Markus Laube aus Niedersachsen als Gegner, den er ebenso klar mit 117:115 bezwingen konnte. Das Goldfinale ging dann gegen Robert Abstreiter aus Bayern, mit dem er von der DM Halle 2004 noch eine Rechnung offen hatte, als der ihm erfolgreich den Meistertitel streitig machen konnte. Heute hatte Paul jedoch die Nase vorn und legte ihm nachmals eine 117 vor, die er nur mit einer 114 beantworten konnte.

Damit gewinnt Paul dieses Ranglistenturnier deutlich und setze sich nach Punkten an die erste Stelle der aktuellen Rangliste Compound Herren.

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